Lidl: Ein Jahr danach…

Ein gutes Jahr ist es her:

Im Frühjahr 2008 berichtete die Presse über Bespitzelungen beim Lebensmitteldiscounter Lidl. Das Thema ist mittlerweile auch in anderen großen Unternehmen “en vogue”, nicht zuletzt bei der Bahn und der Telekom .

Datenschutz wird mit Füßen getreten, Misstrauen wird geschürt. 

Etwaige “Unternehmens-Leitbilder”, wie sie bei Bahn und Telekom bestehen, von einem “motivierendem Arbeitsumfeld”, “von “sozialer Gesellschaft” und”Wir kommunizieren offen und ehrlich” reden, sind im Hinblick auf diese Bespitzelungen der Beschäftigten nicht mehr das Papier wert, auf dem sie gechrieben und dargestellt sind.

Zu Lidl gibt es mittlerweile eine Studie zu den Spätfolgen vom Marktforschungsinstitut “Grass Roots”. Danach haben sich vier von zehn KundInnen nach Bekanntwerden der Spitzelaffäre bewusst gegen einen Einkauf bei dem Discounter entschieden.

Zum Bericht über die Studie geht es hier.

Betriebsklima und Unternehmenskultur können somit das Kundenverhalten erheblich beeinflussen, zumindest im negativen Sinne. Das bestätigen auch die übrigen Ergebnisse zu “Norma” und “Aldi”.

M. Meßing – der Arbeitsrechtsanwalt

Weitere Beiträge in der Kategorie: Arbeitsrecht, Unternehmenskultur, Unternehmensstrategie

2 Kommentare am “Lidl: Ein Jahr danach…”

  1. Ingo Says:

    Es wäre ja nur nachvollziehbar, wenn die Kunden nach solchen Skandalen aufhören würden, bei bestimmten Discountern einzukaufen. Doch auch wenn die Studie belegt, dass ein Teil der Kunden das tut, scheint mir das nicht die nötige Signalwirkung auf die Märkte zu haben. Mir ist jedenfalls bislang noch nicht zu Ohren gekommen, dass die Geschäfte von Lidl aufgrund der Affäre eingebrochen wären und solange es für die Bücher keinen Unterschied macht, sind die Verantwortlichen natürlich auch nicht gezwungen groß was zu ändern.

  2. arbeitsrechtsanwalt Says:

    Eigentlich müssten 40% weniger Kunden Signal genug sein… Aber womöglich haben Sie recht. Aus bestimmten Unternehmen habe ich schon Bemerkungen gehört wie:”Wollen wir denn solche Kunden haben?” oder “Sind wir darauf angewiesen?” Diese Bemerkung betraf den Umgang mit allzu kritischen Zeitgenossen. Tja, wegen Reichtum geschlossen, oder? Manch einer hat vielleicht noch nicht verstanden, dass die Zeiten des Verkäufermarkts vorbei sind und sich die Kundschaft bei dem Überangebot aussuchen kann, wo eingekauft wird. Auch an dem Beispiel sieht man, wie sich eine als negativ einzuschätzende Unternehmenskultur im Marktverhalten zum Ausdruck kommt.

    M.Meßing – der Arbeitsrechtsanwalt

Kommentare

*
To prove you're a person (not a spam script), type the security word shown in the picture.
Anti-Spam Image